Montag, 6. März 2017

Was lange währt, wird endlich gut oder auch: Mit Trauer zum Erfolg!

Hallo zusammen,


alle gut im neuen Jahr angekommen?? Ich hatte zwar ein ruhiges Silvester, aber dafür arbeitsreiche Urlaubstage rund um Weihnachten und auch noch die Tage danach. Der Grund: Meine theoretische Prüfung, auch Kolloquium genannt.

Am Comenius BK in Witten hatte ich am 11. Januar 2017 mein Kolloquium zum Thema "Kindertrauer in der Grundschule - mutig, einfühlsam begleiten." Ja, ein sensibles und aktuelles Thema. Die Prüfer (Lehrer) waren sichtlich beeindruckt, dass ich mich an "so" ein sensibles Thema gewagt und mich ihm gestellt habe. Nach meinem Vortrag habe ich mich noch eine Weile mit einer Prüferin unterhalten, die sehr angetan von dem Thema war, und mich darin bestärkte, weiterhin innerhalb der Thematik mit Kindern zu arbeiten.   

Das Ergebnis? Maan, ich musste den Raum verlassen und die drei Prüfer (Schulleiter, Lehrerin und meine zuständige Lehrerin) besprachen sich. Ich durfte wieder rein kommen und man fragte mich wie ich mich denn einschätze, woraufhin ich ehrlicherweise sagte "So lange es keine 5 ist!" Die Prüfer schmunzelten und teilten mir meine Note mit: 2!!  
Meine Lehrerin, die im BP für mich zuständig war, hatte mir vorher schon gesagt, dass mir mit meinen Noten gar nichts passieren kann. In meinen drei Prüfungssituationen im BP (Praxisnote) hatte ich die Noten sehr gut, gut und befriedigend. Daher war ich schon gut vor benotet, so dass es eigentlich bei der Abschlussnote nur noch darum ging, ob ich ein gut oder ein befriedigend bekommen werde. 




Ich bin so glücklich, denn ich habe es geschafft!!! Selbst mit Grippe (kaum Stimme, Husten...)  habe ich die Prüfung gerockt und sie bestanden. Man, bin ich stolz auf mich. Ein Zeugnis oder eine Prüfungsbescheinigung habe ich an dem Tag allerdings noch nicht bekommen. Mein Zeugnis musste ich mir am letzten Tag meines Berufspraktikums, am 28. Februar, im Sekretariat der Berufsschule abholen. Wie ihr seht, stehen da schwarz auf weiß meine Noten:
Berufspraktische Leistungen        gut
Kolloquium                                 gut
Gesamtleistung                           gut


Seit dem 11. Januar 2017 darf ich mich "Staatlich anerkannte Erzieherin" schimpfen. Herzlichen Glückwunsch!

Aktuell bin ich auf Arbeitsplatzsuche. Ich hatte schon diverse Bewerbungsgespräche und einige Hospitationen, so dass ich guter Hoffnung bin in Kürze etwas zu finden.



  


Mittwoch, 4. Mai 2016

Gut betreut - Offener Ganztag?


Deutschlandweit besuchten (nach einer Studie im Jahre 2002/2003) lediglich 15 Prozent der SchülerInnen der Primar – und Sekundarstufe 1 Ganztagsschulen - das macht deutschlandweit knapp zehn Prozent!! Oh, und wo gehen die restlichen SchülerInnen hin??

Vor drei Jahrzehnten gab es noch eine weitgehende Abwehr gegenüber Ganztagsschulen, da betreute eine Mutter ihr Kind zu Hause. Heutzutage allerdings sind die Familien darauf angewiesen, dass beide Elternteile arbeiten gehen. Alleinerziehende möchten ihre erworbenen beruflichen Qualifikationen auch nutzen, werden aber durch fehlende Betreuung oft daran gehindert. Selbst die Wirtschaft fordert mittlerweile den Ausbau von Angeboten der Ganztagsschulen. Sie haben den demografischen Wandel im Blick und verweisen auf die Notwendigkeit, den qualifizierten jungen Müttern die Aufnahme/Fortführung einer Erwerbstätigkeit zu ermöglichen. Was für ein Sinneswandel! Selbst die Bundesregierung reagierte darauf und zwar mit dem „Investitionsprogramm Zukunft Bildung und Betreuung“ für den Ausbau von Ganztagsschulen. Na ja, 2016 lese ich zum ersten mal davon. Wo also ist das Investitionsprogramm geblieben? Zumindest ließ dieses Programm die Anzahl der Ganztagsschulplätze deutschlandweit von 9,8 auf 37,7% hochschnellen – vor 10 Jahren. Ich mache mir so meine Gedanken…

Definition quantitativer und struktureller Mindeststandards einer Ganztagsschule:
[1] Ganztagsschulen bieten an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für SchülerInnen an.
[2] Diese ganztägigen Angebote umfassen mindestens sieben Zeitstunden.
[3] Ganztagsschulen stellen an allen Tagen für die teilnehmenden SchülerInnen ein Mittagessen bereit.
[4] Die Ganztagsangebote werden unter Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert und in enger Kooperation mit ihr durchgeführt. Sie stehen in konzeptionellem Zusammenhang mit dem Unterricht.
[5] Unter offenen Ganztagsschulen versteht die KMK Schulen, in denen einzelne SchülerInnen an den Ganztagsangeboten teilnehmen können.
[6] Als gebundene Ganztagsschulen gelten solche, in denen sich alle SchülerInnen oder ein Teil von ihnen zur Teilnahme an den Ganztagsschulangeboten verpflichtet. Nur in gebundenen Ganztagsschulen nach dieser Definition lässt sich der Unterricht auf den gesamten Schultag verteilen.

Deutschlandweit besuchten im Schuljahr 2014/2015 37,7% alle SchülerInnen (der Primar – und Sekundarstufe 1) Ganztagsschulen. Aber Achtung! In Bayern waren es 15%, in Sachsen 79,3%, in NRW 44%, in Hamburg 88,3% und in Berlin 64,2%. Öhm, Ballungsraum NRW??

Im Durchschnitt aller Bundesländer verteilt sich die Teilnahme an Ganztagsangeboten von 37,7% zu 17,6% auf die gebundene und 20,1% auf die offene Form. Man sieht deutlich, dass die offene Form der Ganztagsschule somit weitaus öfter vorhanden ist und aus eigener Erfahrung kann ich sage, dass diese Form für die SchülerInnen viel individueller genutzt werden kann. Jetzt die Spitzenpositionen der Teilnahmequoten der gebundenen Form: NRW 28,5%, Sachen 28,9% - deutliche Schlusslichter mit Werten unter 10% sind Hessen und Schleswig-Holstein.

In NRW werden mit 98,5% nahezu von allen GesamtschülerInnen die Ganztagsangebote genutzt – die meisten in gebundener Form. Bei den übrigen Schulformen sind es weitaus weniger. Grundschulen - von 40,6% der GrundschülerInnen, die Ganztagsangebote nutzen, besuchen nur 0,5% eine gebundene Ganztagsschule. Das Ganztagsschulangebot in NRW liegt trotz der unverkennbaren Ausweitung seit Beginn dieses Jahrhunderts ABER immer noch weit hinter der Nachfrage. Was zeigt uns das werte Politiker?? Wir brauchen mehr Ganztagsschulplätze im Bereich der offenen Ganztagsschule und das am besten schon vorgestern!!! Schon deswegen, weil die Eltern mehrheitlich die Betreuung ihrer Kinder und damit die Ermöglichung ihrer Erwerbstätigkeit erwartet… und weil die Kinder nicht alleine auf der Straße oder zu Hause vor dem TV/dem PC sitzen sollen. Dies ist ein Appell, denn wie sang schon Grönemeyer damals „Gebt den Kindern das Kommando, sie berechnen nicht was sie tun. Die Welt gehört in Kinderhände, dem Trübsinn ein Ende..“

Dienstag, 15. März 2016

Der Offene Ganztag

Der offene Ganztag - Eckpfeiler
(c by me - Texte/Begründungen stammen aus meiner schriftlichen Ausarbeitung zu LF 1 im BAJ in NRW. Zitate/Hinweise stammen aus Unterlagen und der MCS-Homepage)


Der Offene Ganztag ist ein wichtiger „Eckpfeiler“ der Matthias-Claudius-Grundschule Bochum.

Die gesamte Einrichtung ist eine staatlich anerkannte, evangelische Institution, in der  bereits seit über 22 Jahren Inklusion (früher Integration) zentraler Bestandteil des Schulkonzeptes ist.

Aufgrund des Bedarfs an Unterricht unter der besonderen Berücksichtigung von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf wurde die Schule von einer Elterninitiative gegründet. Seit 1986 besuchen inzwischen rund 200 Schüler die zweizügige Schule. Darunter befinden sich jeweils ca. 45 Kinder mit Förderbedarf.

Seit dem Schuljahr 2006/07 ist die Grundschule Offene Ganztagsschule mit mehr als 160 Kindern im außer unterrichtlichen Bereich.

Wesentlicher konzeptioneller Schwerpunkt der Schule ist „gelebte Inklusion“ als selbstverständliches, natürliches  Miteinander unterschiedlicher Menschen, das Aussonderung vermeidet und Teilhabe ermöglicht. Die MCS versteht Inklusion als ihren christlichen Auftrag im wertschätzenden Umgang mit Verschiedenheit, Vielfalt, Fremdheit im Bereich Grundschule:

Wenn es Grundlage unserer Arbeit ist, dass vor Gott alle Menschen gleich wertvoll und geliebt sind, dann können wir Kinder mit Behinderungen nicht ausgrenzen. Inklusion und christliche Schule stellen für uns deshalb nicht ein doppeltes Profil, sondern ein Ganzheitsprofil dar1

Die Frage „... Wie können wir Nöte als Herausforderung begreifen? “, hat „... zur Gründung unserer Schulen und zum Schwerpunkt des gemeinsamen Unterrichts mit Behinderten und Nichtbehinderten aus christlicher Verantwortung ...“ geführt.

Ein zusätzliches Beispiel aus der Vorgeschichte einer christlich begründeten Pädagogik für alle: „ (...) Comenius begründet diesen Wunsch mit dem Argument: „ (...) wo Gott keinen Unterschied gemacht hat, da sollte auch der Mensch keine Schranken aufrichten“. (Pampaedia 17. Jahrh. ) 3
Daraus ergeben sich folgende Lernfelder, bzw. folgendes pädagogische Konzept für die MCS:

Kinder, die noch recht unbefangen an die Situation des gemeinsamen Unterrichts herange-hen, üben ein natürliches gesellschaftliches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinde-rung und werden darin auch zum Vorbild für andere“. 

Kinder erleben Grenzen bei sich und anderen. Dabei machen sie die Erfahrung, dass manche Grenzen durch Hilfe und Training überwunden werden können, dass es aber auch Grenzen gibt, die es zu akzeptieren gilt“.

Kinder lernen es, mit Situationen der gegenseitigen Hilfe angemessen umzugehen. Für die einen bedeutet das, Hilfe zu akzeptieren, anzufordern oder im Interesse der eigenen Selbstän-digkeit auch einmal abzulehnen. Für die anderen heißt es, ein offenes Auge für die Hilfsbe-dürftigkeit anderer zu entwickeln und Hilfen anzubieten, die nicht unselbständig machen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe sind“.

Die einzelnen Klassen der zweizügigen Grundschule werden von 23/24 Schülern besucht. Davon sind 18/19 Regelschüler und 5 Schüler mit den Förderschwerpunkten Lernen, geistige, motorische und körperliche, sprachliche Entwicklung sowie seh-, hörgeschädigte und erziehungsschwierige Schüler.  

Ein Klassenleitungsteam besteht aus einem Grundschullehrer und einem Sonderpädagogen. Zusätzlich sind in der Regel Inklusionshelfer und seit Beginn des Schuljahrs 2015/16 Klassenhelfer (BFJ) anwesend.

Die Räumlichkeiten von Schulgebäude und Offenem Ganztag sind bewusst offen und transparent gestaltet und gehen barrierefrei ineinander über. Dieses bauliche Element verstärkt die gewünschte enge Verbindung beider Bereiche miteinander. Zu allen 8 Klassenräumen gehören weitere Kleingruppenräume. Einige davon sind schalldämmend akustisch verbessert. Neben einem unverzichtbaren Aufzug gibt es in beiden Teilen der MCS die für Inklusion notwendigen sanitären Einrichtungen.

Die Schule mit dem Offenen Ganztag ist grundsätzlich offen für alle Förderschwerpunkte. Trotzdem werden durch schulische Rahmenbedingungen (Klassenstärke, Schweregrad der Behinderung, räumliche und personelle Voraussetzungen) Grenzen gesetzt, so dass sinnvolle Inklusion nicht für jedes förderbedürftige Kind angemessen geleistet werden kann, z.B. bei schwerer körperlicher Behinderung.

Die Einrichtung wird von Kindern mit folgendem Förderbedarf besucht:
LE, SQ, ES, KM, SE, HK.

Die hörgeschädigten Kinder benutzen eine Mikroport Anlage. Im Unterricht trägt meistens der Lehrer die Anlage.

Die Mitschüler müssen lernen laut und deutlich zu sprechen und werden dafür sensibilisiert, störende Nebengeräusche zu vermeiden (Quietschen mit Schuhen, Klopfen mit Stiften (...)“.

Für Kinder mit dem Förderbedarf Sehen werden individuelle Hilfestellungen in den Klassen  angepasst. Raumbeleuchtung, blendfreier Sitzplatz, Unterrichtsgegenstand in die Hand nehmen dürfen, Vergrößerung von Arbeitsblättern sind hilfreich für die erfolgreiche Teilnahme am Unterricht und an den Angeboten der OGS.

Gut sehende Mitschüler müssen lernen, sich aufmerksam zu bewegen innerhalb der Räume, Rennen und Toben zu vermeiden und sie werden zum Mit Sehen angehalten.Die Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, körperliche und motorische Entwicklung erhalten zusätzliche feste Unterrichtsstunden zur lebenspraktischen Förderung.Die  Einrichtung verfügt über Therapieräume, in denen verschiedene Behandlungen möglich sind. Dadurch ergibt sich ein nahtloser Übergang vom Unterricht zur Therapie.
Allen Beteiligten der MCS Grundschule und Offener Ganztag ist eine zusätzliche Verzahnung zwischen den Strukturen wichtig. Das pädagogische Element dafür ist die „Lernwerkstatt.

Vormittags arbeitet das Lehrerteam mit den Kindern innerhalb der Klassen 1-2 Stunden in der Lernwerkstatt 1, nachmittags, von 13.55 bis 14.45 Uhr, ist eine Lehrperson gemeinsam mit Ganztagsmitarbeitern in der Lernwerkstatt 2 tätig. Die Teilnahme ist für die Kinder verbindlich. Kinder, die nicht den Ganztag besuchen, nehmen ihr Material mit nach Hause.

Unterricht findet von 8.00 – 13.15 Uhr statt, Mittagessen von 11.30 – 14.00 Uhr.
Der Offene Ganztag  ist während der Schulzeit von 11.00 – 16.00 Uhr geöffnet.







Montag, 7. März 2016

Die Kinder-Schmiede-Werkstatt oder Der kleine Puck ist 'anders'

                              Die Kinder-Schmiede-Werkstatt

Die Kinder-Schmiede-Werkstatt ist eine Arbeitsgruppe (AG), die im Rahmen meiner Ausbildung zur Erzieherin (im Anerkennungsjahr) 1x wöchentlich, in der Dauer von einer Zeitstunde, stattfindet.
Das Oberthema der AG (war) ist "Alles wird rund".




In dieser AG lernen die Kinder die Bodenschätze kennen, Metalle und Edelmetalle, ihre Ringgröße. 





Sie lernen die Herstellung eines Ringes aus Kupfer, eines Ringes aus Silber, Ösen aus Silber, eines Anhängers (in Form einer Schale) aus Silber.








Hintergrund...
Die Idee zur AG entstand direkt zum Praktikumsbeginn 2015 bei einem Gespräch mit der Leiterin der OGS, die auch meine Anleiterin ist.
Sie bat mich um einen eigenen Vorschlag. Meine eigenen Erfahrungen mit dem praktischen Goldschmieden und mit der Einzelbegleitung von Kindern beim Schmieden in einer Goldschmiedewerkstatt ermutigten mich zu dem Angebot. Den eigentlichen zusätzlich motivierenden Anstoß erhielt ich durch eine kleine, aber bedeutsame Episode mit zwei Kindern:  Pauline,7  Jahre alt,  berichtete  stolz  von  ihrem Geburtstagsgeschenk, einem  eigenen  neuen Tablet (mit dem Apfel drauf), woraufhin Aljoscha völlig unbeeindruckt antwortete: „ Ich mache lieber was selber“. 


Diese Situation war mit ein ausschlaggebender Grund für mich eine AG zu dem Thema anzubieten. Ein weiterer Aspekt ist der Fakt, dass die Kinder heutzutage gar nicht wissen wie aus 'Rohmaterialien' etwas hergestellt wird. Sie sehen den Schmuck im Schaufenster eines Juweliers, bewundern ihn, aber haben kein Wissen darüber wie ein Schmuckstück entsteht und "wo die Edelsteine wachsen". Wichtig sind mir auch folgende Gründe, die den Erwerb der Handlungskompetenz eines Kindes erhöhen:
- selbsttätiges Herstellen einer tragbaren Schmuckstückes (nach Anleitung)
- "begreifen" und erleben einer tatsächlichen Entstehungsprozesses
- motorische Entwicklung durch unbekannte handwerkliche Tätigkeit
- kognitive Entwicklung durch feinmotorisches "Bewegungslernen"
- emotionale Entwicklung durch Üben von Ausdauer und Geduld
- Stärkung des Selbstvertrauens.





Aufgrund dessen, dass ich mich in einer Einrichtung befinde die inklusiv arbeitet, habe ich in meine AG eine Geschichte eingebunden, die von dem Zwerg 'Puck' handelt. "Der kleine Puck ist anders: Sein verkrüppelter Fuß (einer geht nach hinten und einer nach vorne) und sein hässliches Aussehen machen ihn zum Gespött der übrigen Zwerge. Doch er lässt sich davon nicht einschüchtern und setzt unermüdlich seinen Weg durchs Zwergenreich fort. Mutig entdeckt er mit seinem Freund Din geheime Orte unter und auf der Erde und beweist am Ende, dass wahre Stärke und Liebenswürdigkeit von innen heraus kommen. "  
Jakob Streit: Puck der Zwerg


Während des gesamten handwerklichen Prozesses war gut zu erkennen wie die Kinder an ihren Aufgaben wuchsen. Sie trauen sich nun mehr zu und können besser damit umgehen, wenn etwas nicht sofort klappt.

Begonnen mit der AG habe ich im September 2015, zum Anfang des neuen Schuljahres. Nun ist das erste Halbjahr um, die erste Kinder-Schmiede-Werkstatt vorbei. Als Abschluss werden wir am 23. Februar einen Ausflug in die Goldschmiede machen.


Die neue Kinder-Schmiede-Werkstatt startet zum zweiten mal am 25.02. - ich in gespannt wie es in der zweiten Version laufen wird. 












































Sonntag, 28. Februar 2016

Zwei Praktikantinnen stellen sich vor



Ihr Lieben,

heute ist ein Interview an der Reihe. Es wurde von meiner Kollegin und mir (BAJ-Praktikanten)  für die Schülerzeitung verfasst. Ich würde mich freuen, wenn ihr es lest.


Hallo M, stell dich bitte kurz vor.
Mein Name ist M, ich bin 37 Jahre alt und habe einen 6jährigen Sohn.
Zur Zeit absolviere ich mein Anerkennungsjahr an der Grundschule, und dieses Jahr ist der letzte Teil der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin.



Was hast du bisher beruflich gemacht?
Zunächst habe ich meine Abitur gemacht und anschließend diverse Praktika.
Drei Monate war ich Auszubildende im Einzelhandel und in etlichen Nebenjobs tätig.
Ein Studium an der FH Dortmund, Fachrichtung Soziale Arbeit wurde nicht beendet, weil ich feststellen musste, dass diese intensive theoretische Arbeit für mich nicht richtig ist.
Die praxisorientierte Arbeit jetzt in der Ausbildung zur Erzieherin, die gefällt mir gut!



Welche Gründe haben dazu geführt, dass du dich für diesen Beruf entschieden hast?
Mein Sohn und ich hatten,als er zwei Jahre alt war, einen schweren fremd verschuldeten
Autounfall. Danach sind wir über ein Jahr lang von Krankenhaus zu Krankenhaus herumgereicht worden, so dass an eine direkt anschließende Wiederaufnahme des Studium oder
andere Ausbildung oder Arbeit nicht zu denken war.
In jedem der Krankenhäuser erlebte ich aber die tolle und wichtige Aufgabe, die Erzieherin-nen und Erzieher dort leisten. Mit vielen habe ich dazu Gespräche geführt, und  als dann zusätzlich von meiner Jobberaterin der Vorschlag kam, Erzieherin zu erlernen, ging alles ganz schnell.
Dadurch habe ich endlich meinen „Job für`s Leben“ gefunden! Die Arbeit mit den Kindern gefällt mir sehr gut und ich lerne jeden Tag dazu – besonders auch durch die Kinder.

Warum gerade Praktikum an dieser Schule?
Ich komme aus H und hatte bis zu meinem BAJ bisher, ehrlich gesagt, nichts über  diese Schule gehört. Der Hinweis kam von zwei Mitschülern, die im vergangenen Jahr ihr Praktikum an der Schule absolviert hatten und von dieser besonderen Schule schwärmten. Als ich bei meiner Suche nach einem Praktikumsplatz für das BAJ

Nur Absagen bekam, rieten sie mir, mich an der Schule zu bewerben.
Und,es hat geklappt! Ich bin wirklich sehr froh über diesen Glückstreffer!

Deine weiteren Pläne für die Zukunft?
Zunächst möchte ich meine Ausbildung erfolgreich abschließen. Danach würde ich gerne
weiterhin im schulischen Bereich, also  mit Schulkindern arbeiten. Ich hoffe sehr auf einen ähnlich tollen Job und auf neue, kreative Ideen!

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Hallo E, stell dich bitte kurz vor.
Ich bin E, 35 Jahre alt und absolviere seit August 2015 mein BAJ der Erzieherausbildung.

Was hast du bisher beruflich gemacht?
Nach einer Ausbildung zur Friseurin und einigen nicht zufriedenstellenden Tätigkeiten in dem Job habe ich gezielt nach einer beruflichen Alternative gesucht, und mit verschiedenen Fort- und Weiterbildungen begonnen im Bereich Theaterpädagogik und Inklusion/ Integration.

Warum gerade diese Grundschule?
2014 kam ich zufällig als Inklusionshelferin eines Schülers zur Grundschule.
Ein halbes Jahr später bin ich als freiwillige Praktikantin zweimal wöchentlich nachmittags in die OGS gegangen. Zum Schuljahr 2015/16 habe ich mich beworben und wurde erfreulicherweise genommen! Die Grund-, bzw. die Gesamtschule kannte ich bereits ein wenig. Der Sohn einer engen Freundin  meiner Mutter, ein Junge mit spastischen Beschwerden, war dort Schüler.

Welche Gründe haben dazu geführt, dass du dich für den Beruf entschieden hast?
Vermutlich vorgeprägt durch meine Eltern, die auch beide im sozialen/ pädagogischen Bereich tätig sind, hatte ich bereits sehr früh Interesse an dem Beruf. Nach meinem Schulabschluss begann ich mit der Ausbildung als Erzieherin am Rudolf Steiner Seminar Dortmund. Kurz nach Beginn des BAJ wurde bei mir eine chronische Erkrankung diagnostiziert, die anschließend zum Abbruch des Praktikums führte und sehr viel später zur Friseurausbildung. Aber, die Sehnsucht nach einer Arbeit mit Kindern blieb hartnäckig bestehen.
Privat bin ich deshalb mit Kindern viele Jahre in anderen Bereichen engagiert gewesen, theatermäßig und in einer Schmiedewerkstatt. Das hat meinen Wunsch, doch einmal wieder beruflich mit Kindern tätig sein zu können, zunehmend verstärkt. Durch die Arbeit als Inklusionshelferin, zuerst bei einem jungen Mann im Rollstuhl, dann bei dem Kind in der, hatte ich den Mut die Ausbildung zur Erzieherin wieder aufzunehmen.

Deine Pläne für die Zukunft?
Unbedingt meine Ausbildung erfolgreich abschließen!
Danach auf jeden Fall im inklusiven Bereich mit Kindern und/oder Jugendlichen tätig zu sein.
Mein wichtigstes Ziel für die weitere Zukunft ist dabei, mit einem Therapiehund/Begleithund innerhalb von Schule pädagogisch/therapeutisch arbeiten zu können. Ich kann mir auch gut vorstellen eine Weile in Skandinavien, ebenfalls im inklusiven Bereich, tätig zu sein.


Einen herzlichen Dank für die Interviews.


































Donnerstag, 25. Februar 2016

Didacta 2016

                                                           Hallo zusammen,  



nach langer Abstinenz ein Lebenszeichen von mir! :)

Den Besuch auf der Messe Didacta in Köln will ich euch nicht vorenthalten. Innerhalb von 5 1/2 Stunden bin ich durch die Messehallen gepilgert, auf der Suche nach Material für meine Bewegungseinheit. Fündig geworden bin ich an verschiedenen Ständen, aber nicht nur was die Thematik angeht.

An einem Stand hatten sie wunderschönes Holzspielzeug und ENDLICH habe ich einen Fuchs aus Holz gefunden! Zwar nicht von der Firma Ostheimer, aber mein Fuchs ist genau so schön. An demselben Stand hatten sie auch Edelsteine und zwar 75 St für 3€. Die mussten mit und zwar für meine AG, die Kinder-Schmiede-Werkstatt.



Die Klangschale ist auch für meine Bewegungseinheit, denn bei Fischers Lagerhaus hatten sie letztens nur welche, die mir nicht gefallen haben. Da habe ich dann nur Zimbeln mitgenommen.

Mal abgesehen von der Fülle an Unterrichtsmaterial für Lehrer, fand ich die Messe nicht so ergiebig. Es gab eine Halle mit Spielzeugen, Möbeln etc. und da waren wirklich tolle Sachen bei, aber für Leute wie mich, die Material für den Bereich OGS suchen, ist das schwierig. Für U3 gab es viele Materialien (praktisches wie theoretisches), Für Kita und Kindergarten auch, aber für diese "Übergangsbereiche" wie Schule und Hort (wobei es den Hort in dem Sinne nicht mehr gibt), ist gerade theoretisches Wissen von Nöten, aber leider nur selten vorhanden.

Es gab Unmengen an Info-Material, die man sich in Form von Flyern mitnehmen konnte und einiges davon kann ich wirklich gut gebrauchen, vieles sortiert man nach der Messe dann aber auch aus.

Fazit: Geht hin, wenn ihr Pädagogen/Lehrer/Erzieher/ - was auch immer seid - denn vor dem Fortschritt macht kein Bereich Halt und auf dem Laufenden zu sein finde ich wichtig. Daher; Daumen hoch!








Mittwoch, 17. Februar 2016

Lebensberichte Teil 2: "Das ist normal, nimm 'ne Wärmflasche und gut is!"


Sharon, 25
Meine Diagnose bekam ich 2006, kurz bevor ich meine Lehre begann. Zu dem Zeitpunkt war ich 16 Jahre alt und ich hatte keine Ahnung was das ist oder was auf mich zu kommt usw. Ich muss dazu sagen, dass das Krankenhaus keins mit einer speziellen Endometriose-Abteilung war. Meine erste Periode bekam ich in Frankreich, als ich das erste Mal quasi ohne meine Eltern bei meinem Großonkel Urlaub gemacht habe. Ich hatte starke Schmerzen. Als ich meiner Mutter davon erzählte, sagte sie "Das ist normal, nimm ne Wärmflasche und gut ist." Mit 15 Jahren ging ich beinahe regelmäßig zur Frauenärztin, sie entdeckte oft Zysten und anderes, aber geholfen hat das alles nichts. Sie meinte die einzige und letzte Chance wäre demnach eine Bauchspiegelung. Nach reichlichem Überlegen und Verhandeln mit meinen Eltern, stand die OP dann 2006 an. Ich lag 1 1/2 Wochen im Krankenhaus.

Ich lag nur da hab mich nicht bewegt, nur gejammert. Wenn ich dann Aufstand, dann nur gekrümmt. Als mir die Drainage gezogen wurde, schrie ich das ganze Krankenhaus zusammen, dann endlich ab nach Hause. Unterm Strich? Ich hatte keinen blassen Schimmer, was und wie und warum die was gemacht haben... oder was En....Endo.. Endomet oder so überhaupt bedeutete. Unterm Strich war mir das auch egal. Denn ich war "geheilt" und durfte nach Hause. Während meiner Ausbildung ging es eigentlich ganz gut. Ich hatte immer wieder Hüftschmerzen. Viele Ärzte habe ich deswegen besucht - KEINER konnte mir helfen. Die super tolle Frauenärztin war der Meinung, sie wüsste ja was sie tut und pumpte mich wahllos mit Hormonen zu - ich ging auf wie ein Hefekloß. Ich solle mich nicht anstellen und zu Weight Watchers gehen!!!! Meine Haus - und Betriebsärztin stellte mir einige Fragen. Dabei kam heraus, dass eine Arbeitskollegin auch diese komische Krankheit hat. Die Ärztin sprach mit der Kollegin, ob wir den Kontakt aufbauen dürfen. Es klappte ohne weiteres. Von ihr erfuhr ich die schlimmsten Dinge in meinen Augen: Sie hat fast alles im bauchraum künstlich, keine Kinder, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr usw. Ich stand unter Schock!!! Das war mir gar nicht bewusst. Sie empfahl mir das Klinikum in Krefeld, den Chefarzt. Der Termin stand, ich fuhr hin und traf auf einen Oberarzt. Oha, zuerst dachte ich mir, der Mann packt mich nicht an! Durch ihn habe ich erst mal Endometriose richtig kennen gelernt. Er erklärte mir Therapien und Möglichkeiten und auch den unerfüllten Kinderwunsch. Wie sich heraus stellte, ist er quasi so eine Art bester Freund für mich geworden. Er war sich sicher, dass sind nur Verwachsungen und riet zu ner OP, und von nun an sollte ich ein "Schmerztagebuch" führen. Null keine Schmerzen, zehn kaum auszuhalten. Wenn ihr mich fragt, dass war gar nicht so einfach das so einzuschätzen. So kam es zur zweiten Bauchspiegelung 2010. Nach der OP kam der junge Mann zu mir und erklärte mir, dass aus einer  Operation von 20 Minuten eine 1 1/2 stündige Sanierung geworden sei. Der ganze Bauchraum war voll....nein! Keine Verwachsungen sondern mit Endometriose! Nach vier Nächten und ständigem Triezen der super lieben Krankenschwestern habe ich mich bewegt. Es ging mir gut. Die Drainage ließ sich so super entfernen. Zusammen mit der Schwester habe ich geatmet und beim Ausatmen hat sie mir diesen Schlauch aus dem Bauch gezogen - das war eine Erleichterung. Jetzt hieß es, wie geht's weiter?! Ja, da sagte mein Arzt - eine Kur. Ich: "Nein, das geht nicht. Ich habe gerade die Ausbildung beendet und wechsel nun die Abteilung. Da kann ich nicht gleich fehlen." Gut, dann meinte er wir versetzen sie in künstliche Wechseljahre. Wie bitte??????? Ja, so kam es dann, dass ich mit jungen 20 Jahren in den Wechseljahren war. Die schlimmsten, aller schlimmsten zwei Monate bis dato für mich. Ich musste abbrechen! Wir behandelten weiter mit der Pille. Ihm wäre es lieber gewesen, dass ich direkt schwanger werde - beste Therapie bei Endometriose. Dann kam der Kinderwunsch 2011, April 2012 wollten wir dann operieren und "sanieren". Oh, Wunder!! 3/2012 wurde ich tatsächlich schwanger. Mein "Endo-Arzt" war so glücklich, er umarmte mich. Während der ganzen Schwangerschaft keinerlei Beschwerden! Ich war so happy!!Wir bekamen 11/2012 eine gesunde Tochter. Oktober 2013 musste ich wieder ins Krankenhaus diesmal aber nach Mönchengladbach. Mein Arzt und mittlerweile "Kumpel" ist nun Chefarzt geworden. Die Schmerzen wurden immer schlimmer, ich brach vor meiner fast 1-jährigen Tochter immer wieder vor Schmerzen zusammen. Pfingsten 2014, hatte ich eine Eileiterschwangerschaft. 
 
Leider bin ich nicht nach Mönchengladbach gefahren. Da ich so unter Schock stand, bin ich in das Krankenhaus, indem ich auch meine Tochter entbunden hatte. Das war alles in der 9. SSW!!! Nach einer Woche Aufenthalt durfte ich endlich nach Hause zu meiner Familie. Dort ging es mir schnell wieder besser. Seid dem versuchen wir wieder schwanger zu werden. 5/2015 wurde ich erneut operiert um zu schauen, was noch alles funktionstüchtig ist.... Dabei stellte sich heraus: Endo in der Gebärmutter -inoperabel- und einseitig sterilisiert (wegen der Eileiterschwangerschaft). Quasi seit 2010 -bewusst- nehme ich Ibuprofen 600 und auch 800 ein. Nicht regelmäßig, aber es kommt schon vor. Mein Schmerztagebuch führe ich noch weiterhin - die Schmerzen werden gerade um die Periode ganz schlimm UND bei Stress und Aufregungen. Baden und Wärme allgemein helfen mir ungemein. Ich habe mir sagen lassen, dass meine Launen wohl auch wechselhaft sind. Derzeit befinden wir uns im Kiwu-Zentrum, drei mal war der Eisprung nun auf der "falschen" Seite.Wir hoffen dass es beim nächsten mal endlich klappt.